Android one - Android none
In den letzten Jahren hat sich der Trend zum Bloatwarehating durchgesetzt und erreicht momentan den Höhepunkt. Mit Android one hat Google etwas im Programm, das bei vielen offensichtlich sehr gut ankommt. Obwohl Android one schon seit 2014 verfügbar ist, kommt es erst jetzt so richtig in den Fokus der Endanwender, was auch an der Verfügbarkeit der attraktiven Produkte liegt.
Aber was ist so toll daran, dass man keine Apps vom Hersteller drauf hat? Theoretisch ist Bloatware nervig und macht das Gerät langsam - das wäre die Definition des Begriffes. In der Praxis aber ist es mittlerweile so, dass die Hardware so stark ist, dass sowas mit wenig bis keinen Abstrichen weggesteckt werden kann, was die Performance und den Akku betrifft. Um den Hype aber zu befriedigen, kommt jetzt etwas ganz Neues auf den Markt. Frei nach dem Prinzip - “wenn wenig gut ist, ist nichts am Besten”. Android none.
Fotomontage by heitr
Android none ist die ultimative Schlankheitskur für dein Smartphone. Das Betriebssystem wird wirklich auf ein absolutes Minimum beschränkt und dürfte damit das absolute Non-plus-ultra für anti-bloatware Fetischisten sein. Dadurch dass sich das System auf eine Linux-Shell reduziert, gibt es keine Apps, keinen Launcher, keine GUI, keine Kamera, keine Telefonfunktion und das Beste: nur die notwendigsten Treiber…
Die Bedienung von einem Android none Gerät geschieht, wie auf dem Bild ersichtlich: nur über das CLI (Command Line Interface) und aufgrund der minimalen Konfiguration kann man ein Stoßgebet an einen Gott seiner Wahl richten und darauf hoffen, dass der USB-Anschluss (+ notwendigen Adapter) eine USB-Tastatur akzeptiert (diese Praktik steht übrigens auch so in der Anleitung). Dadurch, dass alle Geräte geschlossene Bootloader haben, ist es auch nicht so einfach, ein Custom-Roms zu flashen und sein Leben fortzusetzen. Das würde nicht dem Prinzip von Android none entsprechen.
Fotomontage by heitr
Das Einrichten von einem Android none Gerät läuft dementsprechend wie folgt ab: Da auch keine Treiber für das WLAN mitgeliefert werden, vom Modem gar nicht erst zu reden, müssen die notwendigen Treiber erst selbst geschrieben werden. Android none liefert von Haus aus die notwendigen Compiler und Frameworks mit - ja, das musste jetzt erwähnt werden. Vorausgesetzt, man hat sich für ein Gerät entschieden, dessen Hardware durch opensource Treiber unterstützt wird, kann man in der Community eventuell fündig werden, um schneller voran zu kommen. Allerdings ist diese Community nicht dicht besiedelt, da die Zielgruppe in etwa zehn (10) Leute betrifft. Ob ein Gerät unterstützt wird, muss man selber rausfinden. Hat man sich für ein Gerät mit proprietären Treibern entschieden, dann gilt: have fun with your brick!
PS: Android none ist auch die Lösung gegen die aktuell erhobene Strafe aus der EU. (haha)
Was sagt ihr zum Thema Bloatware? Was war euer “gebloatedstes” Smartphone? Könntet ihr ein Android none Phone benutzen?
Hier findet ihr die Einleitung zu heitr und den Disclaimer - bitte lesen!